Nach einer bisher sehr durchzogenen Saison, reiste ich mit gemischten Gefühlen nach Korea an die Olympischen Winterspiele. Einerseits hoffte ich auf einen Exploit, vor allem, da meine Trainingsleistungen vielversprechend waren. Andererseits wusste ich, dass man mit Hoffnung alleine noch nirgends hinkommt. Hoffnung besteht aus der Erwartung, dass etwas gut wird. Hoffnung ist passiv. Um Erfolg zu haben, muss man aber aktiv die Herausvorderung annehmen. Und dies war mein Ziel. Ich wollte am Ende des Renntages sagen können, dass ich alles gegeben habe, alles probiert habe. Dann bin ich mit mir zufrieden. Ob dies nun mit dem Gewinn einer Medaille belohnt wird oder nicht, war für mich in meiner Zielsetzung sekundär.

Da ich in meinem ersten Qualilauf einen riesen Fehler beging, musste ich in meinem zweiten Lauf einen Traumlauf hervorzaubern, um überhaupt noch eine Chance auf den Einzug ins Finale zu haben. Dies gelang mir auch und ich konnte ganz knapp als 16. den letzten Finalplatz ergattern. Im Finale traf ich dann auf die Qualischnellste und spätere Siegerin Ester Ledecka, mit der ich bis zur Hälfte des Laufes gut mithalten konnte. Leider unterlief mir ein kleiner Linienfehler, in dem ich zu gerade auf ein Tor fuhr. Dadurch kämpfte ich im unteren Flachstück immer gegen die Spuren aus der Qualifikation an, anstatt diese zum Aufbau von höherer Geschwindigkeit einsetzen zu können. Dies war zwar nur ein minimaler Flüchtigkeitsfehler, aber gegen eine so bestechend fahrende Ester, war dies leider ungünstig. In der Endabrechnung blieb ich auf dem 16. Rang klassiert. Für mich ist dies kein zufreidenstellendes Resultat, wenn man nur die Zahl betrachtet. Aber bis auf den Fehler im ersten Qualilauf, kann ich mit meiner Leistung zufrieden sein. Ich habe gekämpft und alles versucht. Zudem hatte ich das erste Mal diese Saison wieder das Gefühl, dass ich mein Board wirklich laufen lasse und habe die Geschwindigkeit genossen. Für den Spass, den ich beim Fahren erlebt habe, bin ich äusserst dankbar, auch wenn das Endresultat im Endeffekt doch eher ernüchternd ausgefallen ist.

Nach der Abschlussfeier werden wir zurück in die Schweiz reisen, bevor wir zwei Tage später bereits wieder in die Türkei fliegen werden. Dort steht am 3. März der nächste Snowboardweltcup an. Diesen könnt ihr auf ORF Sport + ab 11:55 Uhr live mitverfolgen und mir bitte die Daumen drücken.

Liebe Grüsse

Patrizia

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